Rückblick: Demokratie-Festival 2019 auf dem Wilhelmplatz

In diesem Jahr feierte die Dorstfelder Zivilgesellschaft zum zweiten Mal das Demokratie-Festival „Vielfalt lieben – Dorstfeld leben“ auf dem zentralen Wilhelmplatz. Seine Premiere hatte das Fest im letzten Jahr vor dem Hintergrund des damaligen Neonazi-Aufmarsches ‚Europa Erwache‘, bei dem auf dem Wilhelmplatz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt wurde und das Engagement für Demokratie in Dorstfeld und ganz Dortmund sichtbar gemacht wurde.  So war es auch dieses Jahr: Mit der breiten Beteiligung und Unterstützung von Dorstfelder und Dortmunder Vereinen, Verbänden und Bündnissen konnte den BesucherInnen am 4. und 5. Juli ein buntes und vielfältiges Programm geboten werden. Veranstaltet wurde das Demokratie-Festival durch den ‚Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.‘, während das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ die zivilgesellschaftlichen AkteurInnen in der Umsetzung und Koordination der Programmpunkte unterstützt und beraten hatte.

Eröffnet wurde das Fest am 4. Juli mit den Chören der Dorstfelder Grundschulen. Rund 60 SchülerInnen sangen zur Einstimmung Lieder über Solidarität und Gleichwertig der Menschen. Dazu gab es viele Aktionen für Kinder und Familien wie z.B. Mal- und Bastelecken zum Thema Vielfalt, eine Hüpfburg, eine Graffiti-Aktion und einen Besuch des BVB-Maskottchens Emma. Am Abend präsentierten sich Dorstfelder Vereine auf der Bühne. Nachdem im Vorjahr ein Poetry-Slam gut ankam, konnten auch dieses Mal sechs Poetry-SlammerInnen mit ihren Texten auf der Bühne begeistern und zum Nachdenken anregen. Mit kreativen Texten und deutlichen Statements gegen Rechtsextremismus folgte anschließend ein Auftritt des Hip-Hop-Kollektivs SBK Basement, der gleichsam den gelungenen Abschluss des ersten Tages bildete. Am 5. Juli luden über 30 Organisationen und Vereine aus ganz Dortmund die BesucherInnen zum Austausch und Aktionen ein. Hierbei wurde deutlich, wie viele Organisationen sich in Dortmund für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagieren. Musikalisch begleitet wurde das Programm durch DJ Rich Boogie. Am Nachtmittag debattierten zudem Lokalpolitiker und engagierte Personen aus der Dorstfelder Zivilgesellschaft unter der Moderation von Alexander Völkel über die Vielfältigkeit des Stadtteils. Der Tag endete mit einer Reihe von Konzerten mit den Streetkings, The Chimprellas und Schrader@Parisi.

Mein Statement für Vielfalt in Dorstfeld

Der zentrale Wilhelmplatz in Dorstfeld ist kein zufällig ausgewählter Veranstaltungsort. Er gilt als umkämpfter Raum der lokalen rechtsextremen Szene. Im Rahmen der Sozialraumanalyse des Projekts ‚Quartiersdemokraten‘ wurde in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass der Wilhelmplatz für potenziell Betroffene rechter und rassistischer Gewalt als „Angstraum“ empfunden wird. Beim Demokratie-Festival konnten Beteiligte und BesucherInnen eigene Statements veröffentlichen, um ein Zeichen für eine demokratische Kultur im Stadtteil zu setzen. Es bleibt aber weiterhin eine dauerhafte Aufgabe, öffentliche Räume durch die demokratische und solidarische Zivilgesellschaft in Dorstfeld zu besetzen. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Personen und Inititativen die uns bei der Organisation und Umsetzung des Festes tatkräftig unterstützt und geholfen haben sowie allen BesucherInnen!

Nachfolgend einige Bilder des Demokratie-Festivals: