Aktuell demonstrieren jeden Montag in der Dortmunder Nordstadt Neonazis. Anlass hierfür ist die Übermalung des ‚Nazi-Kiez‘ Graffitis in der Emscherstraße in Dorstfeld sowie die hieraus resultierende Bewachung der neugestalteten Wand durch die Dortmunder Polizei. Die Aufmärsche stellen ein Bedrohungspotenzial für die migrantisch geprägte AnwohnerInnenschaft der Nordstadt dar, zudem skandierten die Neonazis auf den bisherigen Aufmärschen mehrfach antisemitische Parolen. Das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ sowie andere AkteurInnen forderten aus diesem Grund mehrmals ein deutliches Signal der Dortmunder Zivilgesellschaft, die Nordstadt mit den rechtsextremen Aufmärschen nicht alleine zu lassen. Wir freuen uns daher, dass sich nun mehrere zivilgesellschaftliche Bündnisse dazu entschlossen haben, gemeinsam gegen den kommenden Neonazi-Aufmarsch am 14. Oktober aktiv zu werden und unterstützen dieses Anliegen. Im folgenden dokumentieren wir den Aufruf hierzu:

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Gedenken an die Opfer der Pogromnacht am 8. November 2019 in Dorstfeld

Auch in diesem Jahr werden wir wieder an die Opfer der Pogromnacht in Dorstfeld erinnern und uns zusätzlich in einem Veranstaltungsprogramm mit Antisemitismus und jüdischen Leben auseinandersetzen.

8. November 2018 | 14.00 Uhr | Jüdisches Mahnmal Dorstfeld, Haltestelle Wittener Straße. Beginn der Gedenkstunde ab 15 Uhr. | Facebook-Event

In diesem Jahr jähren sich die nationalsozialistischen ‚Novemberpogrome‘ zum 81. Mal. Am 9. November 1938 kam es im ganzen Land zu organisierten antisemitischen Angriffen: Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Wohnungen und Geschäfte wurden zerstört und geplündert. Rund 30.000 Jüdinnen und Juden wurden in Folge in Konzentrationslager verschleppt. Auch in Dortmund brannten Synagogen. Die Pogrome markierten einen gewalttätigen Übergang zu der systematischen Verfolgung von jüdischen Menschen in Deutschland, die in der Shoah, der grausamen Vernichtung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden, mündete. Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft jedoch weiterhin präsent. Regelmäßig kommt es zu Beleidigungen und Angriffen gegen Jüdinnen und Juden, die dazu führen, das jüdisches Leben in Deutschland weiterhin gefährdet ist.

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Neonazi-Graffiti in Dorstfeld entfernt

Viele DorstfelderInnen stören sich schon lange an den ‚Nazi-Kiez‘-Graffitis in der Emscherstraße, die auch stellvertretend für den rechtsextremen Raumkampf in Dorstfeld stehen. Dank einer gelungenen Kooperation zwischen dem zivilgesellschaftlichen ‚Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.‘, der auch das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ trägt und der Stadt Dortmund sowie der Polizei Dortmund konnten die Graffitis zusammen mit KünstlerInnen heute morgen (6. September 2019) entfernt und bunt übersprüht werden. 

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Dorstfeld im Gespräch: Wie Rechtsextreme im Netz Relevanz erzeugen

In diesem Jahr das  Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ das Veranstaltungsformat ‚Dorstfeld im Gespräch‘ entwickelt, das zum Ziel hat hat, über das Thema Rechtsextremismus im Stadtteil mit DorstfelderInnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu diskutieren, welche Gegenstrategien hilfreich sein können. Zusammenen mit dem ‚Runden Tisch für Toleranz und Verständigung Dorstfeld‘ haben wir hierzu im ersten Halbjahr drei Veranstaltungen organisiert, die auf großes Interesse gestossen sind. Daran möchten wir nun anknüpfen und laden am 17. September wieder zu einer Veranstaltung von ‚Dorstfeld im Gespräch‘ ein:

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Rückblick: Demokratie-Festival 2019 auf dem Wilhelmplatz

In diesem Jahr feierte die Dorstfelder Zivilgesellschaft zum zweiten Mal das Demokratie-Festival „Vielfalt lieben – Dorstfeld leben“ auf dem zentralen Wilhelmplatz. Seine Premiere hatte das Fest im letzten Jahr vor dem Hintergrund des damaligen Neonazi-Aufmarsches ‚Europa Erwache‘, bei dem auf dem Wilhelmplatz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt wurde und das Engagement für Demokratie in Dorstfeld und ganz Dortmund sichtbar gemacht wurde.  So war es auch dieses Jahr: Mit der breiten Beteiligung und Unterstützung von Dorstfelder und Dortmunder Vereinen, Verbänden und Bündnissen konnte den BesucherInnen am 4. und 5. Juli ein buntes und vielfältiges Programm geboten werden. Veranstaltet wurde das Demokratie-Festival durch den ‚Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.‘, während das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ die zivilgesellschaftlichen AkteurInnen in der Umsetzung und Koordination der Programmpunkte unterstützt und beraten hatte.

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Rückblick: Dorstfeld im Gespräch

Von April bis Juni fand die Veranstaltungsreihe ‚Dorstfeld im Gespräch‚ statt, die zusammen durch das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ und den ‚Runden Tisch für Toleranz und Verständigung in Dorstfeld‘ organisiert wurde. Anlass der Reihe war, dass der Stadtteil Dorstfeld oft im Gespräch ist: Wegen Neonazis, die den Stadtteil für sich beanspruchen wollen und damit die lokale Zivilgesellschaft vor eine Herausforderung stellt. Um über dieses Problem mit Dorstfeld ins Gespräch zu treten, fanden hierzu drei Veranstaltungen an wechselnden Orten statt, die mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen den Fragen nachgingen, wie sich Rechtsextremismus in Dorstfeld entwickelt hat, welche Ideologie hinter dem Rechtsextremismus überhaupt steckt und was allem dagegen in Dorstfeld getan werden kann. Hierzu waren verschiedene ReferentInnen eingeladen, die mit Hilfe von kurzen Vorträgen Impulse für eine Diskussion gaben. Kulturell begleitet wurden die einzelnen Veranstaltungen jeweils durch unterhaltsame Poetry-Slam Beiträge. An dieser Stelle möchten wir abschließend einen kurzen Rückblick auf die einzelnen Veranstaltungen werfen.

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Demokratiefestival 2019: Vielfalt lieben, Dorstfeld leben!

Am 4. und 5. Juli findet in diesem Jahr wieder das Demokratie-Festival „Vielfalt lieben, Dorstfeld leben“ auf dem Wilhelmplatz in Dorstfeld statt. Damit wollen wir die Zivilgesellschaft vor Ort stärken und uns für eine demokratische Kultur einsetzen. An diesen Tagen erwartet die BesucherInnen ein buntes Programm mit unterschiedlichen Aktionen für Jung und Alt. Für das leibliche Wohl ist mit Getränkeständen und diversen Essensständen unterschiedlicher kulinarischer Richtungen gesorgt. Der Eintritt ist frei!

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Veranstaltungsreihe: Dorstfeld im Gespräch

Dorstfeld ist oft im Gespräch: Wegen Neonazis, die den Stadtteil für sich beanspruchen wollen. Doch wie konnte es soweit kommen? Was zeichnet Rechtsextremismus überhaupt aus und wie verbreiten sich Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft? Und was können wir vor allem dagegen in Dorstfeld tun? Um diese Fragen zu diskutieren, lädt das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ zusammen mit dem ‚Runden Tisch für Toleranz und Verständigung in Dorstfeld‘ zu einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe unter dem Titel ‚Dorstfeld im Gespräch‘ ein , bei der wir anhand von Impulsvorträgen über diese Themen mit Dorstfeld ins Gespräch kommen möchten. Begleitet werden die Veranstaltungen durch kleine Kulturbeiträge in Form von kurzweiligem Poetry-Slam. Wir freuen uns auf spannende Gespräche und Diskussionen.

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Im letzten Jahr hat sich das ‚Netzwerk zur Bekämpfung von Antisemitismus in Dortmund‘ konstituiert, in dem sich unterschiedliche Organisationen und Institutionen aus Dortmund zusammengeschlossen haben, um Antisemitismus in Dortmund wirkunsvoll begegnen zu können. Auch das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ ist Teil des Netzwerks, nicht zuletzt auch deswegen, weil in Dorstfeld rechtsextremer Antisemitismus regelmäßig sichtbar wird, insbesondere bei den Störversuchen gegen Veranstaltungen zur Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen.

Aufgabe des Netzwerks ist es, einen Austausch zwischen den AkteurInnen in Dortmund zu gewährleisten und präventiv in Dortmunder Stadtgesellschaft hinein zu wirken. Um eine Arbeitsgrundlage zu schaffen, hat das Netzwerk zunächst eine Grundsatzerklärung verfasst, welche die wesentlichen Grundsätze der Arbeit des Netzwerks definiert. Dies umfasst u.a. die Anwendung der Antisemtismus-Defintion der International Holocaust Remebrance Alliance, die Anerkennung von Antisemitismus als eigenständiges Phänomen, die Berücksichtigung der Betroffenenperspektive sowie den Auschluss einer Zusammenarbeit mit AkteurInnen, die den in der Erklärung aufgeführten Kriterien widersprechen. So heißt es in der Erklärung: »Nur wenn der Antisemitismus in all seinen Ausprägungen bekämpft und damit auch zum Gegenstand der Präventionsarbeit wird, kann eine demokratische Gemeinschaft ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden, nämlich eine Gesellschaft zu realisieren, die jeder Form der Menschenfeindlichkeit entgegenwirkt, wo immer sie sich manifestiert.« Die Erklärung ist bindend für alle Mitglieder des Netzwerks.

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Erste Ausgabe des Magazins »Dorstfeld in Bewegung« veröffentlicht

Das Projekt ‚Quartiersdemokraten‘ hat die erste Ausgabe des Magazins ‚Dorstfeld in Bewegung‘ veröffentlicht, welches über zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld berichtet. Mit dem Format eines Stadtteilmagazins soll – neben einem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr – eine Plattform angeboten werden, die das Engagement der Dorstfelder Zivilgesellschaft transparent und sichtbar macht und damit auch stärken soll. Denn der Titel verdeutlicht es: in Dorstfeld bewegt sich etwas. Zudem möchten wir die praktische Arbeit des Projekts ‚Quartiersdemokraten‘ vorstellen. Das Magazin ‚Dorstfeld in Bewegung‘ richtet sich damit an alle Personen, die sich für die Situation in Dorstfeld interessieren und mehr über das Engagement vor Ort erfahren möchten. 

Auf insgesamt 36 Seite ewartet die LeserInnen Berichte von Veranstaltungen, die im Jahr 2018 in Dorstfeld im Rahmen der Demokratieförderung organisiert wurden sowie Interviews mit engagierten Personen aus Zivilgesellschaft und der Wissenschaftlerin Beate Küpper. Aber auch ein Blick in die Zukunft wird mit der Vorstellung des geplanten Bürgerzentrums in Dorstfeld geworfen. Daneben wurde die Entwicklung der rechtsextremen Szene in Dorstfeld und extrem rechter Vorfälle im Jahr 2018 für die vorliegende Ausgabe nachgezeichnet und analysiert.

Das Magazin wird in Kürze an vielen Orten in Dorstfeld ausliegen und kann dort kostenlos mitgenommen werden. Zudem kann es hier als pdf-Datei runtergeladen werden oder online bei dem Dienst ISSUU gelesen werden. Auf Anfrage versenden wir auch gerne Exemplare des Magazins.

Wir freuen uns ebenso über Kritik, Lob und Anregungen für weitere Ausgaben.